Wasseraufbereitung

Die Qualität unserer Gewässer ist vielfältig. Sie ist abhängig von den natürlichen Gegebenheiten und von den Belastungen aus Haushalten, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. Trinkwasser ist also ein Naturprodukt, und auch wird sind – wie jedes Wasserwerk – abhängig von der Güte des Rohwassers, also desjenigen Wassers, das wir aus unseren verschiedenen Brunnen fördern.

Dieses Brunnenwasser erfüllt jedoch nicht die hohen Anforderungen der Trinkwasserverordnung, deshalb muss dieses Brunnenwasser, das so genannte Rohwasser, in Trinkwasser „verwandelt“, es muss aufbereitet werden. Dazu sind verschiedene Aufbereitungsverfahren erforderlich.

Zentrale Enthärtung
Aus Flach- und Tiefbrunnen fließt das in Willich geförderte Wasser in zwei Druckfilter, wo zunächst gelöstes Eisen und Mangan entfernt werden. Nach Entfernung von Eisen und Mangan sowie Nitrit und Ammonium wird dem Rohwasser jetzt 0,2 mg/l Ozon O3 zugegeben. Das Ozon hat die Aufgabe Spuren von PBSM zu zerstören.

Ozon selbst darf nach dem Aufbereitungsprozess nicht mehr im Trinkwasser vorhanden sein. Aus diesem Grund sind die jetzt folgenden Druckfilter mit Aktivkohle (kurz A-Kohle) gefüllt. Die Aktivkohle beseitigt das Ozon ohne Rückstand und adsorbiert organisches Material. Somit erreicht das produzierte Reinwasser einen hohen Qualitätsstandard.

Gemeinsam mit Brunnenwasser aus Osterath, Anrath und Tönisvorst fließt es zur Entsäuerung, wo diesem Wasser die Kohlensäure entzogen wird. Nun wird es über einen Zwischenbehälter in den eigentlichen Reaktionsbehälter gepumpt, in dem es – vereinfacht gesagt – „entkalkt“ wird. Dieses aufbereitete Wasser wird über einen Mehrschichtfilter filtriert und in den Trinkwasserbehälter gefördert und erreicht über das Rohrnetz alle Kunden des Versorgungsgebietes.

versorgungsgebiet
Für die Wasserversorgung in der Stadt Willich, der Gemeinde Tönisvorst und für Meerbusch-Osterath sind die Fassungen Fellerhöfe, Darderhöfe, Osterath und Tönisvorst zuständig.

Das geförderte Rohwasser aus Tönisvorst wird in die Wasseraufbereitung Darderhöfe mit dem dort geförderten Rohwasser vereinigt und in Filterkesseln von Eisen und Mangan befreit. Ferner wird in den Kesseln Nitrit und Ammonium oxidiert. Das so voraufbereitete Wasser kann nun über eine Transportleitung in die Aufbereitung Fellerhöfe transportiert werden, wo es mit den Wässern aus OSterath und Fellerhöfe gemischt wird. Um das jetzt erhaltene Mischwasser zu enthärten, müssen die Wasserströme getrennt werden.

Ca. 85 Prozent des Mischwassers wird durch eine physikalische Entsäuerung die Kohlensäure weitestmöglich entzogen. Der so behandelte Teilstrom kann nun Reaktoren zugeführt werden. In den Reaktoren befindet sich Quarzsand mit der Körnung von 0,2 – 0,6 mm, dieser dient als Kristallisationsgrundlage für das ausfallende Kalziumkarbonat. Damit dies geschieht, gibt man dem Wasser Kalkmilch (Kalziumhydroxid) und Natronlaufe (Natriumhydroxid) zu. Das Wasser, das den Reaktor verlässt, ist leicht trüb (Reste von Kalziumkarbonat, die sich auf den Körnern abgeschieden haben), und hat einen ph-Wert von ca. 9,0. Bevor das Wasser nun den Feinfiltern zugeführt wird, setzt man es mit dem 15%-Beipasswasser ins Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht. Das fertige Trinkwasser wird in einen unterirdischen Behälter geleitet und gelangt von dort sozusagen quellfrisch an die Haushalte.

Die Enthärtungsanlage

Nach langer Planungs- und Bauzeit wurde 1999 eine neue Enthärtungsanlage in Willich Fellerhöfe fertig gestellt. Seither werden alle Haushalte im Versorgungsgebiet vom Wasserwerk Willich GmbH mit Wasser im Härtebereich 2 statt bisher 3-4 versorgt.
Gerade heute, wo in den meisten Haushalten der Warmwasserbedarf enorm gestiegen ist, macht sich die Härte des Trinkwassers, d. h. sein Gehalt an Kalzium und Magnesium, nachteilig bemerkbar. Bei Temperaturen von 60°C oder höher (z. B. in Wasserkochern oder Kaffeemaschinen) fällt Kalziumkarbonat aus, erkennbar als störende weiße (Kalk-)Schicht.

Sie kann im Laufe der Zeit an Rohrleitungen verkrusten und den Wärmeübergang in Heizungen (Wärmetauschern) und Warmwasserbereitern behindern.

Dies alles erhöht den Energieverbrauch und sogar den Verbrauch an Wasch- und Reinigungsmitteln.

Vorteile des weicheren Wassers

  • geringerer Waschmitteleinsatz
  • geringerer Energieverbrauch durch geringere Verkalkung in Warmwasserbereitern
  • höhere Wirkungsgrade der Geräte
  • geringerer Verbrauch aggressiver chemischer Mittel zur Kalkentfernung
  • geringere Wartungskosten bei Warmwasseraufbereitungsanlagen
  • deutlich weniger Kalk im Wasserkocher
  • deutlich weniger Kalkflecken an Armaturen

Härtebereich für das von uns abgegebene Trinkwasser
(Siehe hierzu ³ 8 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes vom 05.03.1987)*

Willich 2
Anrath 2
Schiefbahn 2
Neersen 2
Tönisvorst-Vorst 2
Meerbusch-Osterath 2

*Bitte beachten Sie die Härtebereiche bei der Dosierung von Waschmitteln entsprechend der Herstellerempfehlung ! – Das Willicher Wasser liegt im Härtebereich 2 und entspricht einer Wasserhärte von 12-13 Grad !

Erläuterung:
Härtebereich Grad deutscher Härte/°dH Härte in Millimol/l
1 = weich bis 7 bis 1,3
2 = mittelhart 7 bis 14 1,3 bis 2,5
3 = hart 14 bis 21 2,5 bis 3,8
4 = sehr hart über 21 über 3,8

Definition für Wasserhärte (°dH) = 10 mg Kalziumoxid pro Liter Wasser gelöst.